Presse
10.03.2019, 19:11 Uhr | Kerstin Ewald / MOZ / 06.03.2019
Achse Werneuchen-Ahrensfelde
Infrastrukturprogramm nimmt vorsichtig Gestalt an / Bürgermeister legen in ihren Kommunen grobe Fahrpläne vor
Werneuchen (MOZ) "Wachstum ja, aber vernünftig", – so ähnlich lautet das Credo der Kommunen Ahrensfelde und Werneuchen. Diesbezüglich sprachen die Bürgermeister beider Orte mehrmals im Brandenburger Infrastrukturministerium vor. Nun liegt für das "Achsenkonzept" ein grober Fahrplan vor. "Welche städtebaulichen und verkehrlichen Leitbilder sollen verfolgt werden?" oder "Wie kann die städtebauliche Entwicklung im Achsenraum zur Stabilität, Qualität und Unverwechselbarkeit der Gemeinden beitragen?" Einen langen Fragenkatalog und eine Aufgabenliste in Diagrammform legte Bürgermeister Burkhard Horn am Montag den Mitgliedern des Werneuchener Sozialausschusses vor. Das Aufgabenschema mit farbig unterlegten Kästchen und Pfeilen soll erläutern, wer bei dem geplanten Infrastrukturprogramm an Entscheidungen beteiligt sein wird: eine Arbeitsgruppe mit Mitarbeitern des Ministeriums, der beiden Kommunen, des Landkreises und Planungsbüros, ein gemeinsames Lenkungsgremium könnten bald mit der Arbeit beginnen. Ab Herbst könnten dann auch die Bürger beider Orte mitreden. Bevor das monumentale Infrastrukturprogramm in die Praxis umgesetzt wird, müssen die verschiedenen Gremien erst einmal dutzende Fragen beantworten. – "Welche Nutzungsdichten sind möglich?, "Wie können die Vorgaben des Klimaschutzes erreicht werden?", sind weitere Kategorien. An die hundert Punkte, die nicht vergessen werden dürfen. Städteplanerische Sorgfalt und die Suche nach einem weitest möglichen Konsens soll dieser Entwurf vermutlich demonstrieren. Ein langer Weg und jede Menge Arbeit liegt noch vor den an Bevölkerung wachsenden Kommunen an der B 158. Erst dann werden neue Wohngebiete ausgewiesen, soziale sowie kulturelle Infrastruktur geschaffen, Umweltprogramme gestartet, und die Fördergelder fließen. Die Werneuchener Stadtabgeordeten waren vielleicht die ersten Kommunalpolitiker, denen der Entwurf für ein Achsenkonzept vorgelegt wurde. Ihre Reaktion war verhalten, zwei Stadtverordnete zeigten sich irritiert. Sebastian Gellert (WIW) hätte sich eine bessere Einführung in das Konvolut an Fragen und Spiegelstrichen gewünscht. "Ich möchte nichts entscheiden müssen, bei dem ich die Reichweite nicht abschätzen kann", gibt Thomas Gill, Stadtverordneter und SPD-Fraktionsvorsitzender, zu bedenken. Er hatte sich jahrelang für ein "Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek)" stark gemacht, war damit aber nicht durchgekommen. Er weiß, dass alle Beteiligten mit dem "Achsenkonzept" Neuland betreten. Das Pilotprojekt soll aber mindestens so gut und nachhaltig sein, wie das seit Langem erprobte Insek, findet er. Um dies überblicken zu können, fordert Gill mehr Informationen von der Verwaltung. Bürgermeister Horn versprach daraufhin einen Experten vom Ministerium einzuladen, mit dem die Stadtverordneten alle offenen Fragen klären können.
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10.03.2019, 19:17 Uhr
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