Presse
20.09.2018, 15:00 Uhr | Märkische Oderzeitung / Onlineredaktion / Kerstin Ewald
Fußballkrach in Ahrensfelde
Interessenkonflikt
 Seit langem kämpfen Anwohner gegen den Lärm am Sportplatz von Grün-Weiss. Ihre Forderung nach einem neuen Gutachten lehnte die Gemeindevertretung ab. Die anderen Punkte der neuen Petition sollen im Bebauungsplanverfahren um den neuen Kunst-rasenplatz eine Rolle spielen.
Fußball ist gesund – aber nicht für alle: Hartmut Moreike, Verfasser der neuen Lärmpetition © Foto: Kerstin Ewald
 

Die Bewohner im Wohnpark Goethesiedlung haben noch nicht aufgegeben. Hartmut Moreike, einer der aktivsten Anwohner, hat das neueste Gesuch verfasst. Darin zweifelt er den Wert des letzten, Anfang des Jahres veröffentlichten, Lärmgutachtens an und fordert eine neue Untersuchung. Es wäre bereits die dritte an der Sportanlage von Grün-Weiß Ahrensfelde.

Es seien weder die reellen Trainingszeiten noch das Ausmaß der technisch verstärkten Platzbeschallung berücksichtigt worden, moniert Moreikes Schreiben. Auch die in der Realität häufigen und langen geselligen Zusammenkünfte im Vereinscasino seien nicht erwähnt worden.

Außerdem, so bemängelt der Brief an die Gemeinde auch, seien die schalltechnischen Untersuchungen seitens des beauftragten Ingenieursbüros in den Wintermonaten erfolgt, in der Zeit nämlich, in der die Sportler nur eingeschränkt draußen trainieren.

In der Gemeindevertretersitzung am Montag, die die Petition behandelte, hatte dieses Argument jedoch keinen durchschlagenden Erfolg. Die Dezibelwerte, die laut letztem Gutachten zwar recht hoch aber im Sinne der gesetzlichen Vorgaben nicht überschritten wurden, seien nicht gemessen, sondern errechnet worden. Diese Information gab der Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste Sven Schwarz in die Runde der Gemeindevertreter.

Nach zwei Petitionen und zwei abgewiesenen Klageverfahren, so Schwarz weiter, sei nun das Bebauungsplanverfahren für die Erweiterung der Sportanlage eröffnet worden. Allein schon unter der Maßgabe der Gleichbehandlung anderer Bürger in ähnlich lauten Lagen - sei es bei anderen Sportplätzen oder in der Nähe von Kitas -  könnte man nun keine besondere Schallschutzmaßnahmen bei Grün-Weiß treffen. Die Verwaltung, die keinesfalls ein weiteres Lärmschutzgutachten beauftragen möchte, wies aber darauf hin, dass die unzufriedenen Anwohner in einem laufenden Bebauungsplanverfahren weitere Beteiligungsmöglichkeiten wahrnehmen können. Zudem würden dabei alle Kritikpunkte der Petition als Abwägungsgründe zum Beispiel im Bauausschuss berücksichtigt werden.

Auf Verständnis bei den Gemeindevertretern Christina Emmerich (Die Linke) und Wolfgang Unger (Die Unabhängigen) traf vor allem Punkt vier der Petition zum Sportplatz von „Grün-Weiß“, betreffend das Sportlerheim. Beide zeigten sich besorgt, ob dieser Punkt in regulären Abwägungsprozessen genug Aufmerksamkeit bekommen wird. Gemeindevertreter Winfried Wolf (Bündnis 90/Die Grünen) wies allerdings auch darauf hin, dass die Überprüfung eines möglicherweise überbordenden Casinobetriebs vor allem eine Aufgabe des Ordnungsamtes sei.

Währenddessen wünschte sich Wolfgang Unger eine politische Lösung des Problems. Man könnte eine Schallschutzwand auch ohne entsprechende Messungen genehmigen, dafür gäbe es Beispiele in anderen Gemeinden. Doch nach einer Lösung des Konfliktes in der Goethesiedlung sieht es im Moment nicht aus. Die Nerven sind mürbe und die gegenseitige Empathie ausgedörrt wie ein nicht gewässerter Fußballrasen. Vermutlich auf beiden Seiten.

aktualisiert von Maik Berendt, 26.09.2018, 15:25 Uhr
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